Geburtstagstreffen 2013

Freitag, 18.Januar 2013, kurz vor 11 Uhr, bildete sich zur stirnrunzelnden Verwunderung einiger weniger Passanten vor dem Haus Rumpffsweg 27 in Hamburg-Hamm eine Gruppe von (überschlägig geschätzt) 17 ziemlich vermummten Leuten mit Plastikbechern in der Hand. Aha, da trafen sich also wieder die üblichen Verdächtigen, um den Geburtstag des verehrten Autors Arno Schmidt zu feiern, der an diesem Ort vor 99 Jahren geboren wurde.

(Woran eine Tafel erinnert, die heute leider mit zwei Aufklebern „verziert“ war.) Eingeladen hatte traditionell das Stadtteilarchiv Hamm und dessen Leiter, Michael Braun, teilte freigiebig den Klaren aus, zum innerlichen Erwärmen. Schnee lag, es war feuchtkalt und ohne Sonne. Also:

„Das Leben des Menschen ist kurz; wer sich betrinken will, hat keine Zeit zu verlieren.“ (BA I/3, 341)

Betrinken wollten wir uns aber gar nicht, sondern mit einem kräftigen Schluck an Schmidt, sein Werk und die Zeit um 1914 erinnern, wozu Herr Braun einiges verlas. Unter anderem zitierte er auch ein passendes Schmidt-Wort zum diesjährigen Kirchentag:„Es ist nichts so absurd, daß Gläubige es nicht glaubten. Oder Beamte täten.“ (BA I/2, 283)

sowie sein Diktum an anderer Stelle:

„Wenn ich tot bin, mir soll mal Einer mit Auferstehung oder so kommen: ich hau ihm Eine rein!“ (BA I/1, 129)

Dazu wurde auch daran erinnert. dass er trotz seines Atheismus „um 1 Hârmâl, wohlbestallter GlokknZieher zu Sankt=.Jürgn gewordn“ (BA IV/1, 1431) wäre, nämlich Küster der dortigen Kirche, weil er aus Darmstadt fort und aufs Land wollte und an der freien Dienstwohnung interessiert war. Und sie lag bei Lilienthal! (Kurz für einige fragende Gesichter erläutern, was das für Schmidt bedeutete) Allerdings wurde ja nichts daraus, weil sich die Gemeinde lieber anders entschied..